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1) Die
Probleme unserer Zeit
Keine Frage: Unsere Probleme
- global wie lokal - nehmen zu, die Sorgen um die Ökologie,
um die Zukunft auf dieser Erde wachsen und die wirtschaftliche und
politische Situation wird zusehends unsicherer. Die alarmierenden
Nachrichten über den Treibhauseffekt, die Verelendung von Menschen
überschlagen sich. Flüchtlingsströme schwellen an, Seuchen,
Allergien und Erschöpfungen nehmen ebenso zu wie die Kriegs- und
Gewaltbereitschaft, die Zahl der Aussteiger, der Obdachlosen und
derer, die unter der Armutsgrenze leben müssen. Anspruchsdenken und
Rücksichtslosigkeit greifen um sich, Kultur und Geist ziehen sich
zurück. Die Lasten für Gesellschaft und Staat wachsen ins
Unvorstellbare.
Wir
alle verspüren diese Symptome, und fast jeder glaubt die Ursachen
dafür zu kennen: Die Unternehmer in den überzogenen Forderungen
der Gewerkschaften, die Arbeitnehmer in den zu hohen
Leistungserwartungen durch die Arbeitgeber, die Ökologen in der
gedankenlosen Konsumhaltung der Bürger und dem verantwortungslosen
Produktionsverhalten der Industrie, die Industrie im mangelnden
Konsumbewusstsein der Bürger oder in der falschen Geldpolitik der
Notenbank, die Pazifisten im sinnlosen Rüstungsgebaren, die
Soziologen in der Haltung der Kirchen zur Bevölkerungsentwicklung
usw.
Alle
diese Beschuldigungen haben eines gemeinsam: sie suchen Schuld und
Ursachen stets bei anderen, niemals bei sich selbst. Fast jeder
kennt einen Weg aus der Krise, den der andere nur zu gehen habe, um
die Probleme zu lösen. Therapien für die Krankheiten unserer Zeit
und unserer Gesellschaften gibt es in großer Zahl, doch die Wurzel
des Übels bleibt meist unerkannt. Eine Therapie aber, die nur die
Schmerzen, die Symptome bekämpft ohne die Ursache einer Krankheit
zu behandeln, führt zu andauerndem Unwohlsein und muss schließlich
scheitern.

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04.12.2006 |
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